Um unterschiedliche Anbauverfahren auf die Auswirkungen für das Grundwasser oder im Hinblick auf die Erosionsanfälligkeit zu bewerten, werden Demonstrationsflächen angelegt und begleitet. Mit einfachen Streifenversuchen kann z. B. das Potenzial der natürlichen Bodenfruchtbarkeit demonstriert, stickstoffextensive Kulturen bzw. Fruchtfolgen vorgestellt, aber auch Effekte der integrierten Produktion (verminderter Pestizideinsatz oder Erosionsschutz) demonstriert werden. Dadurch wird die Akzeptanz erhöht, und der Besuch solcher Demonstrationsflächen erlaubt eine aktive Diskussion und ggf. auch Weiterentwicklung von grundwasserschutzorientierten Maßnahmen.

Im Folgenden werden die im Maßnahmenraum angelegten Demonstrationsversuche kurz beschrieben, nach der Auswertung der Versuche wird diese Seite aktualisiert.

2017

In 2017 wurden Demonstrationsflächen zum Thema Maisdüngung sowie zum Einsatz von Nitrifikationshemmern angelegt. Die Ergebnisse werden hier demnächst veröffentlicht.

2016

Im 2016 waren keine Demonstrationsflächen vorgesehen.

2015

In diesem Jahr wurden folgende Demonstrationsflächen angelegt:

Düngestufe im Silomais: Auf einer Fläche wurde gezeigt, dass dass eine Güllegabe mit insgesamt 121 kg N/ha (15 m3/ha Gülle zur Zwischenfrucht und 28 m3/ha Gülle zur Maissaat = 37 m3 Gülle/ha) ausreichte, um gute Silomaiserträge und Qualitäten zu erzielen. Damit konnte veranschaulicht werden, dass  der Betrieb auf die sonst übliche zusätzliche mineralische N-Gabe von 60 bis 80 kg/ha verzichten kann, ohne Einbußen zu befürchten. Der mineralische Stickstoffüberschuss fiel bei reduzier Düngung deutlich geringer aus (41 kg Nmin/ha im Gegensatz zu 103 kg Nmin/ha).

Auf einer weiteren Fläche wurde aufgezeigt, dass die N-Düngung zu Silomais nach leguminosen Zwischenfrüchten deutlich reduziert werden kann. So waren die Erträge und Qualitäten des Silomais' nach einer leguminosenhaltige Zwischenfrucht trotz geringerer N-Düngung (-40 kg N/ha) höher als nach Gelbsenf.

Auf einer weiteren Demonstrationsfläche wurde Gülleausbringung mittels Injektionstechnik im Vergelich zur Breitverteilung dargestellt. Dabei zeigte sich, dass die Erträge und Qualitäten des Silomaises bei Inketion besser ausfielen als bei Breitverteilung (Einarbeitung nach 4 Stunden). Allerdings waren die Nmin-Werte im Herbst bei Injektionstechnik höher. So ist davon auszugehen, dass die gasförmigen N-Verluste während und nach der Ausbringung durch Gülleinjektion erheblich reduziert werden. Dies ist allerdings bei der Düngeplanung zu berücksichtigen, damit die Grundwasserbelastung durch höhere Stickstoffüberschüsse im Boden nicht steigt.

2014

Demonstrationsfläche Zwischenfruchtanbau 

Da im Maßnahmenraum der Anbau von Sommerungen - im Speziellen Silomais - eine große Rolle spielt, ist der Zwischenfruchtanbau aus Sicht des Erosions- und Grundwasserschutzes eine wichtige Maßnahme. Die Zwischenfrüchte dienen dazu, den nach der Ernte mineralisierten oder leicht mineralisierbaren Stickstoff aufzunehmen und über den Winter zu konservieren. So kann eine Nitratverlagerung in das Grundwasser während der Sickerwasserperiode vermieden werden. Speziell Zwischenfruchtmischungen bieten über den Grundwasserschutz hinaus wesentliche Vorteile. Durch eine intensive Durchwurzelung unterschiedlicher Bodenschichten werden Nährstoffe wie Phosphor mobilisiert und v.a. das Bodenleben durch Pflanzenassimilate angeregt. Zwischenfrüchte (v.a. Mischungen) wirken sich positiv auf  Regenwurmpopulationen, aber auch auf das Edaphon insgesamt aus. Durch ein intensives Bodenleben wird die Lebendverbauung gefördert. Am bekanntesten in diesem Zusammenhang ist die Aktivität des Regenwurms: Frisst er abgestorbenes Pflanzenmaterial nimmt er dabei stets auch Bodenpartikel auf. In seinem Verdauungstrakt entstehen dadurch die sogenannten Ton-Humus-Komplexe. Diese wasserbeständige Krümelstruktur aus miteinander durch Calciumbrücken verbundenen Huminstoffen und Tonteilchen tragen wesentlich zur Bodenfruchtbarkeit bei, indem sie den Boden ähnlich der Frostgare lockern, das Porenvolumen deutlich vergrößern und Nährstoffe binden und vor Verlagerung schützen. Zudem vermindert diese Krümelstruktur Erosion und Verschlemmung erheblich: Ungebremst auf den nackten Boden aufprallende Regentropfen führen zu einer Trennung der Ton- und Schlufffraktion. Tonteilchen lagern sich aufgrund ihres geringeren spezifischen Gewichts und ihrer kleinen Struktur oberhalb der Schluffraktion ab und bilden bei Trockenheit eine harte Kruste. Ton-Humus-Komplexe stabilisieren den Boden, wenn   

Zwischenfrüchte dienen also nicht nur als Stickstofflieferanten (Leguminosen) oder Stickstoffkonservierer, sondern sie erhalten und verbessern das Kapital der Landwirtschaft nachhaltig: den Boden.

Um die Wirkung von Zwischenfrüchten auf den Reststickstoffgehalt zu untersuchen und gleichzeitig die zahlreichen weiteren Vorteile von Zwischenfrüchten aufzuzeigen, wurde eine Demonstrationsfläche angelegt. Hierbei wurde ein Schlag in Friesenhausen nach der Wintergerstenernte mit Senf und zwei aufwendigen Zwischenfruchtmischungen der DSV bestellt.

Untersucht werden vor allem die Herbst-Nmin-Gehalte. Aber auch die Durchwurzelung, mögliche Effekte auf die Folgekultur und die Stickstofffreisetzung im kommenden Frühjahr sind Gegenstand der Beobachtungen.

  

Die winterlichen Fröste haben ausgereicht, dass die Zwischenfrüchte abgefrohren sind. Die verbliebende Streuschicht verhindert Erossion und darunter ist ein Boden mit guter Krümlestruktur und zahlreichen Regenwurmröhren zu erkennen.

Abgefrorene Zwischenfrüchte

 

Streuschicht

 

Der in den Mischungen enthaltene sogenannte "Tiefenrettich" ist abgefroren und zerstezt sich aufgrund seines hohen Wasseranteils sehr schnell. Er hinterlässt tiefe Grobporen, die die Erwärmung des Bodens fördern sollen.

Abgefrorener Tiefenrettich

In 2015 wird die Fläche weiter mit Nmin-Untersuchungen begleitet und die Bestandesentwicklung (Mais) beobachtet, um die N-Nachlieferung aus den verschiedenen Zwischenfrüchten zu bestimmen.

Demonstrationsfläche: Reduzierter Herbst-Nmin durch Raps-Nachernte-Management

Nach Raps sind meist hohe Herbst-Nmin-Werte im Boden zu beobachten, da ein hoher Anteil Blattmasse nach der Rapsernte auf dem Acker verbleibt. Durch Reduzierung der Bodenbearbeitung kann die Mineralisierung der Ernterückstände verlangsamt werden. Auf einer Demofläche wurde ein Teil des Schlages bis unmittelbar vor der Weizensaat nicht bearbeitet, sodass der Boden nicht belüftet und Stickstoff durch Ausfallraps in der Pflanzenmasse gebunden wurde. Der Aufwuchs wird in diesem Verfahren idealerweise mit einem Mulcher ohne Bodeneingriff bekämpft.

Auf der Demofläche wurden zu drei Zeitpunkten Nmin-Proben gezogen. Aus unten dargestellten Diagramm wird ersichtlich, dass der Verzicht auf Bodenbearbeitung den Gehalt an mineralisiertem Stickstoff erheblich reduziert. Auf der vorliegenden Demofläche wurde ein Unterschied von knapp 50 kg Nmin/ha gemessen. Durch die Weizensaat Ende September wurde die Mineralsierung auch in der bisher unbearbeiteten Variante angeregt, dennoch lag auch Ende Oktober noch ein erheblicher Unterschied von rund 35 kg Nmin/ha vor.